25 Mai 2019
Stephan Welk und Boris Becker im australischen Sommer 2018

Dubai - 'Stephan Becker' hieße die Mischung aus dem begnadeten Lobbyisten Stephan Welk und dem Alt-Tennisstar Boris Becker. Beide sind gleich alt. Beide sind Weltenbummler. Beide haben eine Vorliebe für rassige Frauen und mondäne Orte. Es sind Typen, die es eigentlich 2018 so nicht mehr gibt.

Geboren in der alten Bundesrepublik Deutschland (1967), hatten beide schon in jungen Jahren enormes Talent bewiesen. Boris Becker gilt noch heute als 'Mr. Wimbledon', Stephan Welk war schon Millionär, da sparten seine Jahrgangskollegen aus dem heimischen Korbach (Hessen) noch auf einen B-Manta.

Seit Jahren sind Dr. Welk und Boris Becker bereits Kumpels. Man fand einander vor vielen Jahren bei einem Formel 1 Rennen in Monte Carlo zusammen mit Michael Schumacher. Ion Tiriac gilt so als Ziehvater eines Boris Becker wie Jürgen Schneider, dem einstigen Baulöwen aus Frankfurt, als Mentor des Stephan Welk.

Nun kam Boris Becker in seinem Insolvenzverfahren in UK etwas unter Druck. Alle wussten aus den Medien, dass Becker zeitweise finanziell knapp war. Da half Welk nicht nur finanziell und freundschaftlich gerne aus. Ein diplomatisches Engagement für die Zentralafrikanische Republik, offenbar auch durch Welk eingefädelt, sollte wohl zugleich Werbung für den Staat in Schwarzafrika machen und Boris Becker diplomatische Luft gegenüber Gläubigern verschaffen. Beide gelten unter Freunden als 'gute Jungs'. Als dann durch den Außenminister der ZAR, einem Herrn Charles Armel Doubane, in Abrede gestellt wurde, dass der Diplomatenpass von Boris Becker echt sei, sprach die BILD-Zeitung von einer Posse. Manche Beobachter witzelten, dass offenbar vergessen wurde, auch den Außenminister zu bedenken. Doch das war immer reine Vermutung.

Immerhin hatte Boris Becker gemeinsam mit seinem Kumpel Stephan Welk zuvor Staatspräsident Faustin-Archange Toudérahöchstselbst getroffen und über Werbemöglichkeiten für das an Bodenschätzen reiches, aber stark unterentwickeltes Land gesprochen. Und mal ehrlich: Eigentlich kam die Zentralafrikanische Republik erst im Zuge von Beckers Diplomatenpass-Affaire auf die Landkarte so manchen Bildungsbürgers. Man kennt den Kongo, aber die Länder drumherum?

Nun entstand aus dem Durcheinander, das womöglich auch der suboptimalen Organisationsart der Afrikanischen Mentalität geschuldet ist, neues Chaos. Manche Journalisten sprachen gar von 'Betrug', 'Fälschung' und 'Geschäftsideen', die in einem Berliner Bordell geschmiedet worden sein sollen. Doch so war es scheinbar nicht! Becker und Welk, so berichtet ein junger Insider aus Berlin, hätten sehr wohlwollend für die ZAR geworben und rund um den diplomatischen Einsatz sicher auch ein paar Geschäfte machen wollen. Nur einen schlechten Vorsatz zu einem Betrug gab es wohl nie.

Am Ende werden Stephan Welk und Boris Becker wieder auf die Füße finden. Ansehensschaden istwomöglich nur der Zentralafrikanischen Republik entstanden. Denn in welchem anderen Land wäre es möglich, dass der akkreditierte Botschafter einem Boris Becker mit Grußworten des Staatspräsidenten den Diplomatenpass überreicht, der anderntags durch den Außenminister als 'Fälschung' diskreditiert wird. So bleibt Boris Becker ein Mann, über den Deutschland spricht. Und der Pressescheue Stephan Welk stand einmal mehr in den Schlagzeilen als ihm lieb war.

ÜBER KLANNT.DE

Werner Klannt
Klannt Media
Elisabethenstr. 8
55545 Bad Kreuznach, Deutschland

Social Links

Kategorien